Toleranz

No Tolerance (134/365)No Tolerance (134/365) by Icky Pic, on Flickr

Einer der großen Errungenschaften des letzten Jahrhunderts war ja die Toleranz. Aber genau überlegt würde nur eine bestimmte Art der Toleranz erreicht, die des seins. Man muss Menschen, auf Grund ihres Zustands Tolerieren. Hauptfarbe, Geschlecht, “Ethnie” soll keine Rolle mehr spielen.
Interessant ist dabei Homosexualität, was oft von beiden Seiten auch als Zustand und nicht als Entscheidung gesehen wird.
Auch interessant ist, wie schnell die Toleranz für die Religion der anderen aufhört, wenn Muslims ihre Gebete laut und deutlich von ihrem Minarett heraus rufen wollen.

Tolerance Parade,Tolerance Parade, by gilus_pl, on Flickr

Das führt dazu, das man sich fragen sollte ob der Kampf um die Toleranz des nächsten Jahrhunderts nicht der sein sollte: Toleranz für die Handlungen anderer. Und dabei meine ich nicht mal Handlungen die wesentliche Komponenten in der Selbstverwirklichung der Individuen sind wie religiöse etwa. Sondern ganz einfache Sachen: ich muss selbst zugeben das es mir eigentlich super unangenehm ist wenn in U-Bahn oder Zug mich ältere, oft ungewaschene, mit einer Mischung aus Alkohol und anderen Gerüchen stinkende Menschen mich ansprechen, oft um nach ein paar Cent zu fragen. Auch stören mich die Fußballfans die Besoffen laut ihre Lieder im Zug brüllen.

Ist es nicht so das wir uns alle amüsieren, über diese ältere Frauen die im Bus laut ihre (Ärzte) Probleme am Hand erzählen? Ist es nicht, oder zumindest war es mal nicht sehr “in” damit zu Kokettieren wie sehr man die schrei kleine Kinder im Zug nicht aushalten kann?

Sind die letzten Versuche, Alkohol in Innenstädte zu verbieten, sowie der Trend zur Privatisierung der öffentlichen Räume nicht auch aus solchen intoleranten Gedanken entstanden?

Die oben beschrieben Problemen werden mich sicher innerlich weiterhin stören, nichtsdestotrotz bin ich mehr den je sicher, das es notwendig ist, solche Sachen nicht zu verbieten, ja sogar zu unterstützen. Ist eine Gesellschaft nicht traurig, in der ihre Mitglieder, vor Angst, man könne andere stören sich nicht mehr traut überhaupt was in der Öffentlichkeit zu tun.
Ich glaube, der nächste große schritt für unsere Gesellschaft die Einsicht ist, das die eigene Ruhe nicht das Maß aller Dinge sein darf, das wir mehr Toleranz für die Handlungen unserer Mitmenschen mitbringen sollten, sogar für die Kirchenglocken Sonntag um 8:00. Das wird hoffentlich dazu führen, das unsere Innenstädte wieder fröhliche und lebendige Orte werden, in denen sich Menschen frei treffen, ohne Angst auf Repressalien weil man dort zusammen Spaß haben kann.

Flashmob on market place in Halle(Saale) [Double Dutch]Flashmob on market place in Halle(Saale) [Double Dutch] by gynti_46, on Flickr

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